Aktuelles/ Veranstaltungen

 

Das nächste Treffen der Initiative findet am Dienstag, 14. Juli 2020 um 19 Uhr in 83071 Stephanskirchen, Brunnenweg 4 statt.

Zur besseren Planung bitten wir alle Teilnehmenden um eine Anmeldung bis zum 12. Juli 2020 per e-mail: t.nowotny@onlinehome.de

Alle, die konstruktiv mitarbeiten möchten, sind willkommen.

 

Wir von der Initiative Erinnerungskultur sind entsetzt über die Anschläge von Halle und Hanau.

Wie jeder Angriff auf eine Minderheit trifft er uns alle.

Wir finden es unerträglich, dass Menschen in Deutschland Angst haben müssen, sich mit einer Kippa in der Öffentlichkeit zu zeigen. Als Zeichen der Solidarität empfehlen wir, dass alle eine Kippa tragen: #KippaOn! Viele haben das  bei unserem Stadtrundgang am 9. November getan und erneut am Internationalen Holocaust-Gedenktag (Montag, 27.01.2020, s. unten).

 

Vergangene Veranstaltungen:

Sonntag 11. November 2018:  „Antisemitismus – Juden als Fremd- und Feindbilder“ mit Manfred Levy.

Montag 12. November 2018:  Stolpersteinverlegung in München

Dienstag 20. November 2018: Erinnerungszeichen in München

26.1.-17.2.2019 Max-Mannheimer-Kulturtage in Bad Aibling

16.3.2019 Neue Stolpersteine in Aschaffenburg – Ludwig Spaenle war dabei

22.3.19 Namen statt Nummern. Vorstellung der Biographie: Johann Vogl – Rede in Dachau 22.3.19

5.5.19 – 17.00 Uhr: Singende Stolpersteine – Treffen an allen Standorten von Münchner Stolpersteinen

Eine wunderschöne Zusammenstellung dieser berührenden Aktion.

13.9.19 – 10.00 Uhr: Auf Bayern 2 läuft ein Stunde lang im „Notizbuch“ ein Feature über das Schulradioprojekt „Simsseewelle“, das hier als Podcast zu hören ist. Die (mit einem Sonderpreis des „Turn On“-Wettbewerbs des BR) ausgezeichneten Beiträge zu Elisabeth Block und Johann Vogl sind in voller Länge zu hören! Zuvor waren sie schon – für eine jüngere Zielgruppe – auf Radio Galaxy ausgetrahlt worden.  Herzlichen Glückwunsch!

Mo, 16.09.19 – 19.00 Uhr:
Buchpräsentation zu den ersten Stolpersteinen im Landkreis Rosenheim – Musikaische Untermalung: Neurosenheimer | Kaffä, Weinstr. 3, Rosenheim

Sa, 21.09.19 – 10.30 Uhr:
„Gemeinsam gegen rechte Hetze #2“, Demonstration gegen die erneute Stürzenberger-Kundgebung – hier das Resumée und dazu unsere Redebeiträge, allein vier von Mitgliedern unserer Initiative!
https://nazifrei.rosenheim.tk/2019/08/28/aufruf-gemeinsam-gegen-rechte-hetze-2/

Mi, 09.10.19 – 18 Uhr:
„Wie wollen wir uns erinnern? Gedenken an NS-Verfolgte im öffentlichen Raum“ an der Mädchenrealschule Rosenheim.
Eine gut besuchte Veranstaltung – obwohl sie mitten in der Woche von 18-19.30 Uhr dauerte, für SchülerInnen nicht selbstverständlich, sich da noch die Zeit zu nehmen. Hier die Vortragstexte vom Schulradioprojekt und von unserer Gruppe. In der lebhaften Diskussion sprachen sich viele Schülerinnen für die Stolpersteine aus, was leider in der OVB-Berichterstattung etwas zu kurz kam. Kilian Stauss stellte sein Konzept der Erinnerungszeichen vor, besonderen Wert legt er auf den Blick ins Gesicht der Opfer, das als stark gerasterte Fotografie in etwa auf Augenhöhe sichtbar ist.

Di 05.11.19 – 9.00 Uhr:
Verlegung von Stolpersteinen in München

Fr 08.11.19 – 19:00 Uhr:

Georg Elser – Hitlers gefährlichster Gegner. Zum 80. Gedenktag an das Attentat auf Adolf Hitler am 8. November 1939.

Sa 09.11.19 – 14.00 Uhr:
Reinigung der Stolpersteine in Niedernburg und Schlossberg
9.11. – der dunkelste und hellste Tag der deutschen Geschichte. Wir erinnern… und putzen die Stolpersteine für Lisi, Trudi, Arno, Miriam und Fritz Block in Niedernburg und für Johann Vogl am Schlossberg.
November 9 – darkest and brightest day in German history. #WeRemember and let the stones shine. For Lisi, Trudi, Arno, Miriam und Fritz Block in Niedernburg and for Johann Vogl in Schlossberg

Sa 09.11.19 – 16.30 Uhr:
Stadtrundgang zum Gedenken an die „Reichspogromnacht“:
Rundgang zu den Orten jüdischen Lebens in Rosenheim mit Angelika Graf, Stadtführerin Maria Wolfarth, Terry Swartzberg (der halb Rosenheim mit Kippot versorgte), Karl-Heinz Brauner, den Neurosenheimern (die wieder wunderbar gespielt haben, erstmals auch das Stolpersteinlied) und über 150 Menschen, die ein klares Zeichen setzten gegen Hass und Gewalt… Herzerwärmend! Danke an alle, besonders auch für die Unterstützung durch die Kirchen.

Do 28.11.19 -19.00 Uhr:
Das Gedenkkonzert für Theresienstadt war eine sehr besondere Veranstaltung mit Beiträgen von Ernst Grube, der selbst als Junge nach Theresienstadt verschleppt worden war, sowie von Thomas Nowotny und Christof Eberstadt, die über die Schicksale ihrer Verwandten berichteten.

Mo 27.01.20 – 16.00 Uhr:
Am Internationalen Holocaust-Gedenktag wurde ein
Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Heisererplatz in Wasserburg eingeweiht. Über 250 Menschen waren gekommen, auch viele von unserer Gruppe. Zum Zeichen der Solidarität mit den Jüdinnen und Juden hatten wir aufgerufen, eine Kippa zu tragen (#KippaOn).

(V.l.n.r.: Prof. Michael Cranach, Angelika Graf,
Karl-Heinz Brauner, Karin Klar, Tom Nowotny,
Doro Eberstadt)

Unter den vielen guten Reden fand ich das Grußwort des Bezirkstagspräsidenten Rainer Schneider so bemerkenswert, das ich sie mit seiner Erlaubnis hier ins Netz stelle. Er sagte u.a.: „Wir erinnern uns aus Respekt vor den Opfern. Wir erinnern uns, um aus der Geschichte zu lernen. Und wir erinnern uns um unserer selbst willen. Denn Erinnerung bedeutet auch: Nach der Wahrheit, nach einem festen Fundament für das eigene Leben suchen.
Wer sich der eigenen Vergangenheit nicht stellt, dem fehlt die Basis für die Zukunft. Wer die eigene Geschichte nicht wahrhaben will, nimmt Schaden an seiner Seele. Das gilt für jeden Menschen. Mit der Erinnerung leben, birgt die Chance, mit sich und anderen ins Reine zu kommen.“
Eine wirklich beeindruckende Veranstaltung und ein leuchtendes Vorbild für Rosenheim!

Fr 24.01.20 – 15.02.20:
Max-Mannheimer-Kulturtage | Bad Aibling

Fr 06.03.20 – 18.00 Uhr:
„Stolpersteine – Spuren und Wege“ hieß der Vortrag, den Gunter Demnig in der  Altkatholische Kirche Rosenheim über sein künstlerisches Schaffen und seinen langen Weg zu den Stolpersteinen (und natürlich mit den Stolpersteinen) hielt. Einen kleinen Eindruck dazu bekommt man hier und hier, einen guten Überblick mit Zeitschiene hier.

Lange vor den ersten Stolpersteinen war das Spurenlegen im öffentlichen Raum ein wichtiges Thema der künstlerischen Arbeit des Bildhauers und Aktionskünstlers Gunter Demnig – so zum Beispiel mit den Projekten „Duftmarken Cassel–Paris“ (1980), „Blutspur Kassel–London“ (1981), „Ariadne-Faden Kassel–Venedig“ (1982), „Landschaftskonserven“ (1984) und „Flaschenpost Kassel–New York“.
1990 erinnerte Gunter Demnig mit einer Spur aus farbiger Fassadenfarbe im Kölner Stadtraum an die Deportation von 1000 Sinti und Roma im Mai 1940. Für ihn waren diese Deportationen die Generalprobe für spätere Transporte von Juden in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager. Da die Farbe mit der Zeit verblich, entstand die Idee, an 21 ausgewählten Stellen den Text der Inschrift „Mai 1940 – 1000 Roma und Sinti“ durch in den Boden eingelassene Messingtafeln zu konservieren.

Anstoß für die späteren auf Verfolgte des Nationalsozialismus verweisenden Stolpersteine war, laut Gunter Demnig, die Begegnung mit einer Kölner Zeitzeugin, die der festen Überzeugung war, in ihrer Nachbarschaft hätten nie Sinti oder Roma gelebt. Aus dieser Begegnung entstand die Idee, an alle Verfolgten des Nationalsozialismus an ihren letzten frei gewählten Wohnorten zu erinnern. (Text: Stolperstein-Initiative Berlin)

Ganz herzlichen Dank an Pfarrer Dr. André Golob!

 

Vortrag in der Altkatholischen Kirche Rosenheim. V.l.n.r.: Karl-Heinz Brauner, Gunter Demnig, Thomas Nowotny, Angelika Graf (Foto-Klar)

Sa 07.03.20 – 09.30 Uhr:
Stolpersteinverlegung für Fernanda und Fortunato Zanobini | Rathaus Kolbermoor

Die Stolpersteine für Fernanda und Fortunato Zanobini (Foto Nowotny)

Sa 18.04.2020 – Tag des Denkmals
Dazu schreibt Heribert Prantl in der SZ, hier Auszüge:
„Zwei von den vielen Hunderttausend Denkmälern in Deutschland erfüllen diese Anforderung in besonders eindrucksvoller Weise: erstens die Stolpersteine. Sie strengen sich zwar nicht an, aber sie strengen an, sie fordern Auseinandersetzung, liegen im Weg und verändern den Gang; sie geben die Erinnerung Gestalt und Gefühl.
Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das 1992 begann. Mit kleinen Gedenktäfelchen aus Messing, im Boden verlegt, wird an das Schicksal des Menschen erinnert, die in der NS-Zeit verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine werden vor den Häusern, in denen die Opfer zuletzt gelebt haben, in den Gehweg eingelassen. Fünfundsiebzigtausend dieser Stolpersteine wurden mittlerweile in Deutschland und in 25 weiteren Ländern verlegt. Es sind die Denkmäler, zu denen man nicht geht, sondern die zu einem kommen, bis vor die Haustür. Sie bringen Bürger, Schulklassen, Nachbarschaften dazu, sich mit der Geschichte zu beschäftigen, die sich vor ihrer Haustür ereignete.“
http://www.stolpersteine-muenchen.de/heribert-prantl-uber-die-stolpersteine-sie-geben-die-erinnerung-gestalt-und-gefuhl/
Das zweite Denkmal, das Heribert Prantl zu Recht besonders eindrucksvoll nennt, ist der Garten des Exils im Jüdischen Museum Berlin – momentan geschlossen, aber hier gibt es einen akustischen Eindruck davon.

75 Jahre Befreiung

Dieser Jahrestag ist wahrlich ein Grund zum Feiern. Die Coronakrise bringt es mit sich, dass all diese Feiern nicht wie geplant vor Ort stattfinden können – aber virtuell. So traurig es ist, dass sich die Überlebenden nicht treffen konnten zu diesem wichtigen Jubiläum, so können jetzt immerhin noch mehr Menschen weltweit daran teilhaben.

Die Befreiung fand nicht an einem Tag statt – hier eine chronologische Auflistung:

11. April 1945        Befreiung des KZ Buchenwald 

15. April 1945        Befreiung des KZ Bergen-Belsen

22. April 1945         Befreiung des KZ Sachsenhausen  

23. April 1945         Befreiung des KZ Flossenbürg

29. April 1945         Befreiung des KZ Dachau.

Besonders beeindruckend: bewegende Grußbotschaften von Befreiten und Befreiern und ein faszinierenden virtueller Rundgang auf den Spuren der Befreiung.

Die KZ-Gedenkstätte Dachau bietet Live-Rundgänge auf Facebook an; ein solcher Rundgang vom 5.5.2020 zum Thema der Befreiung kann hier noch angesehen werden. .

30. April 1945           Befreiung der „Hauptstadt der Bewegung“ München

2. Mai 1945                Befreiung von Rosenheim und Umgebung

Mit vielfältigen Aktionen hat unsere Initiative den 75. Jahrestag der Befreiung in unserer Region gewürdigt und öffentlich gemacht.

3. Mai 1945 Todesmarsch nach Surberg

Bis in die letzten Kriegstage massakrierte die SS KZ-Häftlinge auf Todesmärschen. In Surberg bei Traunstein wurden am 3. Mai 1945 über sechzig Menschen erschossen.

Gedenkstätte des KZ-Friedhofs Surberg

Seit über 35 Jahren gedenkt die VVN Traunstein am KZ-Friedhof in Surtal dieser Toten. In diesem Jahr, dem 75. Jahrestag dieses Verbrechens, wurde ich gebeten, die Ansprache zum Gedenken zu halten und darin das Schicksal meiner Familie zu beschreiben. Ganz herzlichen Dank an Friedbert Mühldorfer und seine Mitstreiter.

Friedbert Mühldorfer an der Gedenkstätte des KZ-Friedhofs. Obwohl hier jüdische Opfer begraben sind, wurde in den 1950er Jahren ein Mahnmal mit Kreuz errichtet.